ZWP spezial 6/2005 • August • 5. Jahrgang Designpreis 2005 Farben und Formen auf einen Blick
DESIGNPR Deutschlands schön PREISTRÄGER Dr. Fischer-Brocks/Dr. Weinreich, Frankfurt am Main
REIS 2005 nste Zahnarztpraxis WEITERE EINDRUCKSVOLLE PRAXEN 18 Dr. Leonhard Koschdon, Neu-Isenburg 20 Dr. Mittag & Partner, Bremen 22 Dr. Arno Kieslich, Düsseldorf 24 Dr. J. A. Paulis, Echt (NL) 26 Dr. Jürgen Glatzmaier/Dr. Steffen Lenz, Dachau 28 Dr. Gabor Csaszar, Regensburg 29 Dr. Michael Schmiedel, Neumarkt 30 Dr. Dietmar Bittner/Dr. Stefanie Bittner, Laubach 31 Dr. Sabine Jonas, Schleswig
PREISTRÄGER Dr. Fischer-Brocks/Dr. Weinreich Designer: pd raumplan GmbH, Köln
Sie verstehen ihr Handwerk, die Planer von pd raumplan in Köln. Die Gemeinschafts- praxis in Frankfurt am Main von Dr. Fischer- Brocks und Dr. Weinreich empfängt die Pa- tienten mit klarem Design, abgestimmten Materialien und angenehmen Proportionen. Durch die großzügige Raumaufteilung ent- steht ein Ambiente, das eher an eine Hotel- lounge als an eine Zahnarztpraxis erinnert. Der dunkle Fußboden aus geräuchertem Eichenparkett bringt Tiefe in die Praxis, die Fadenvorhänge zwischen Empfang und Wartebereich schafft eine abgeschiedene Transparenz. Auch die Lichtführung, die den Patienten vom Empfang bis in die Behand- lungsbereiche leitet, ist durchdacht, wobei besonders das Detail der Beschriftung der Be- handlungsräume mittels vertikalen Leucht- bands überzeugt. Es gibt konturierte Hell- dunkel-Zonen, die eine angenehme Stim- mung erzeugen. Ebenso stimmig ist das räum- lich getrennte Bleaching Institut A1 mit einer ausschließlich in Weiß gehaltenen Innenein- richtung.
Weniger ist mehr, eine alte Weisheit bei der Gestaltung, die bei Koschdon & Zähne mit an- spruchsvollem Material bemerkenswert gut umgesetzt wurde. Empfang, Wartebereich, aber auch die Behandlungszimmer sind schlüs- sig und großzügig im gleichen Stil gestaltet und eingerichtet. Die vorherrschenden Mate- rialien sind dunkles Holz, Schiefer, schwarzer Hochglanzlack, Silberpigmente sowie ver- schiedene Glasarten. Lob übrigens auch für die Namensgebung und das Logo.
Dr. Leonhard Koschdon Designer: Jakob Koschdon (Architekturstudent), Dreieich
Dr. Mittag & Partner Designer: GfG/Gruppe für Gestaltung GmbH, Bremen
Glaswände mit horizontaler, farbiger Tren- nung in Kombination mit edelfurnierten Wandelementen sind das prägende und überzeugende Stilelement in der Praxis von Dr. Mittag & Partner – und dies nicht nur in dem Warte- und Empfangsbereich, sondern auch in den Behandlungszimmern. Die trans- zulenten Trennelemente schaffen viel Frei- raum, erhalten aber auch die Privatsphäre auf dem Behandlungsstuhl. Das einfallende Tageslicht bringt die überwiegend orange Folie zum Leuchten und raumhohe Schiebe- türen verleihen der fast 12 m langen Wand- fläche eine großzügige Wirkung. Dieses Konzept gibt der Praxis einen angenehmen und glaubwürdigen Charme.
„Schlicht mit edlem Material“ und mit Mut zu „nackten“ Flächen präsentiert sich die Praxis von Dr. Arno Kieslich. Fließend und großzügig zeigt sich die Wand- und Bodengestaltung. Einen starken Akzent setzt die Anmeldung in dunklem, fast schwarzem Makassarholz als solitäres Möbel zu dem hochglänzenden Mö- bellack in Weiß und wollweiß. Der Wartebe- reich wurde nicht wie üblich als geschlossener Raum konzipiert, sondern liegt, nur durch einen Raumteiler getrennt, offen hinter der Anmel- dung. Passend dazu die Klassiker: Stühle und Sessel von Charles Eames und Le Corbusier. Als wechselnder „Hingucker“ für Patienten und Mitarbeiter ist das Ikebana-Gesteck auf dem Tresen völlig ausreichend. Dr. Arno Kieslich Designer: Jürgen Geiselhart, Düsseldorf
Dr. J. A. Paulis Designer: Architekt Coonen, Echt (NL)
Die Praxis Dr. J. A. Paulis überzeugt mit dem asiatischen Stil: schwarz hochglänzender Granit- fußboden, der wie ein schwarzer Spiegel wirkt, in Kombination mit chinaroten und schiefer- grauen Wänden. In diesem Ambiente wirkt einfach alles edel. Durch das viele Glas erscheint die Praxis gleichzeitig sehr hell und räumlich. Dass bei einem solchen Konzept auch die Be- handlungszimmer passen, ist selbstverständlich. Sehr schön, dass sich das mutige und edle Design und Materialkonzept auch in der Fassade wider- spiegelt. Hier sieht man schon von außen, was einen drinnen erwartet.
Eine Praxis in moderner schlichter Eleganz hat der Designer Hans Schall für Dr. Jürgen Glatzmaier & Dr. Steffen Lenz entworfen. Eine klare innenarchitektonisch vollzogene Linie erstreckt sich vom Empfang über die Behand- lungsräume. Alle Räume werden überwie- gend von den gleichen Materialien be- herrscht. Die vertikale Holzpaneele bringt eine warme Optik und ist sicherlich auch als schallverbessernde Maßnahme optimal für eine Praxis geeignet. Dieses prägende Ele- ment passt einfach zum Grundkonzept und ist handwerklich äußerst sauber ausgeführt. Ei- nen kühlen Kontrast dazu schaffen Glas- und Edelstahlelemente, die selbst die Behand- lungseinheit prägen.
Dr. Jürgen Glatzmaier/Dr. Steffen Lenz Designer: Hans Schall, Kempten
Wie eine Theaterbühne zeigt sich der Emp- fangsbereich in der Praxis von Dr. Gabor Csaszar. Mit fachkundiger Hand wurden die Treppen- stufen hier zum Markenzeichen. Eine intelli- gente Lichtplanung perfektioniert das Entree. Stilelemente aus Edelstahl und Glas begleiten das hochwertige Ambiente, das sich auch in den Behandlungsräumen zeigt. n e s u a h u e N , : r e n g i s e D n g i s e D r e g e Z i l r a z s a s C r o b a G . r D
Dr. Michael Schmiedel Designer: Hansjörg Knoll, Veitsbronn Die Praxis von Dr. Michael Schmiedel zeigt sich in frechem Orange und großflächig einge- bauten Lichtelementen. Mut zur Farbe wird hier mit einem nahtlosen Holzboden, Edelstahl und Glas kombiniert. Raumhohe und verglaste Türen schaffen Transparenz vom Empfangs- bereich bis in die Behandlungsräume.
Dr. Dietmar Bittner/ Dr. Stefanie Bittner Designer: Dr. Dietmar Bittner/Dr. Stefanie Bittner, Laubach Es muss nicht immer klassisch kühl sein, wie die Landzahnarztpraxis von Dr. Dietmar Bittner & Dr. Stefanie Bittner zeigt. Der Empfangsbereich mit raumhohen Schränken in Cherry Holz ver- knüpft mit satiniertem hinterleuchteten Glas dominiert als zentraler Punkt die Praxis. Ein zarter Grünton erstreckt sich bis in alle Praxis- bereiche. Helle Behandlungszimmer werden im Kontrast dazu mit leichtem Brombeerrot kom- biniert, das sich vom Behandlungsstuhl über die Bilder bis hin zur Lisene an der Wand sowie den Schrankgriffen erstreckt.
Sichtbetonsäulen, grau lasiert und satinierte raumhohe Glasscheiben sind die gestaltenden Elemente im Empfang der Praxis Dr. Sabine Jonas. In Kombination mit schlichten, raumho- hen Einbauten, die gleichzeitig indirektes Licht in halber Höhe abgeben, wird der Raumein- druck noch gesteigert. Der nahtlose, helle Bo- den vergrößert den Raum optisch. Passend und konsequent ausgeführt sind die zwei im Raum stehenden gläsernen Counter, die bei diesem Konzept auch als Lichtquelle dienen. g r u b n e d O l , s n n a m t l o o r ü b . r u t k e t i h c r a : r e n g i s e D s a n o J e n i b a S . r D