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Praxiseinrichtung 31.05.2016

Innenarchitektonische Nutzungskonzepte für die anspruchsvolle Praxis

Dirk Pidun
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Innenarchitektonische Nutzungskonzepte für die anspruchsvolle Praxis

Imposant im Duisburger Innenhafen gelegen präsentiert sich die geschichtsträchtige Werhahnmühle. Einst als Mühle und Kornspeicher genutzt, beherbergt sie heute Räumlichkeiten für Unternehmen aus Wirtschaft, Handel und der Gesundheitsbranche – darunter auch eine Zahnarztpraxis im zweiten Obergeschoss.

Alte Mauern neu durchdacht – die rund 27.000 Quadratmeter Raum des gesamten Areals der Werhahnmühle wurden von einer Duisburger Baugesellschaft in attraktive Unternehmensflächen umgewandelt. Wer den Duisburger Innenhafen kennt, wird sich der Präsenz dieses gesamten Areals bewusst sein, dessen Kernbotschaft die Synergie von Design und Tradition ist, welche sich wie ein roter Faden durch die gesamte Immobilie zieht und ihr den besonderen Charme verleiht. 

Begeistert von der Ausstrahlung der Räumlichkeiten war es auch der Wunsch von Ernst Kai Hopp, seine Zahnarztpraxis in genau diesem Objekt anzusiedeln. Gesagt, getan – und im Duisburger Philosophenweg dürfen sich Patienten seit einiger Zeit über zahnärztliche Behandlungen in ganz besonderer Atmosphäre auf einer Gesamtfläche von rund 175 Quadratmetern freuen. Doch bis der erste Patient auf dem Behandlungsstuhl Platz nehmen konnte, vergingen rund sechs Monate einer intensiven architektonischen sowie innenarchitektonischen Bau- und Projektphase – aber beginnen wir die Vorstellung einer der attraktivsten Duisburger Zahnarztpraxen von vorn.

Neues Nutzungskonzept in historischen Mauern

Mit dem Wunsch von Praxisräumlichkeiten im „Alten Mühlenspeicher“ erreichte uns die Anfrage von Zahnarzt Ernst Kai Hopp. Das historische Gebäude sei gestalterisch einzigartig und passe ideal zu seiner Praxisphilosophie einer Qualitätszahnmedizin mit gehobenem Standard. Da es sich bei der Immobilie um ein denkmalgeschütztes Objekt handelte, begann die Zusammenarbeit hier bereits vor dem Mietvertragsabschluss,  denn insbesondere bei unter Denkmalschutz stehenden Bestandsobjekten ist es ratsam, den Sollzustand mit dem Istzustand abzugleichen, um frühzeitig feststellen zu können, ob die eigenen Wünsche und Ideen auch mit den bautechnischen und hygienischen Vorschriften an eine Zahnarztpraxis übereinkommen. „Passen die Immobilie und der Bauherr tatsächlich zusammen?“, ist dabei eine der ersten zentralen Fragen, die es zu beantworten gilt. 

Innerhalb einer Machbarkeitsstudie wurden daher zunächst die Bausubstanz, die Fläche, die Technik und die Kosten bewertet sowie ein erster Grundriss erstellt. Dabei fanden intensive Gesprächstermine mit dem Zahnarzt statt, verschiedene Raumkonzepte und Aufteilungsvorschläge wurden erstellt und die Praxis reifte systematisch. 

Besondere Ansprüche für ein besonderes Objekt

Die besondere Herausforderung bei der Realisierung der Zahnarztpraxis Hopp bestand darin, eine nur geringe Fläche an Fensterfront effizient einzusetzen und Kunstlicht mit Raumlicht so zu verbinden, dass alle Räume sowohl für die Patienten als auch das Praxisteam gleichermaßen ansprechend und erlebbar werden und der Mangel an Tageslicht nicht merkbar ist. Zudem sollte das Konzept authentisch sein und zum Auftraggeber passen, sodass nach der konzeptionellen Raumplanung nahtlos mit der gestalterischen Planung begonnen und Materialien, Farben und Beleuchtungsvarianten verabschiedet wurden. 

Das Konzept sah dabei vor, alle die Räume umschließenden Wände schräg auszurichten, sodass die Praxis in ihrer Gesamtheit mehr Dynamik erhält. Unterstützend dazu bildet der Empfang in der Mitte des Raumes zusammen mit dem Sterilisationsraum eine Art „Dampfschornstein“ als Anlehnung an die Hafensituation, um den herum elliptisch alle Bewegungen geleitet werden. 

Auch bei den Materialien sollte die Hafenthematik erneut aufgegriffen werden, sodass Glas und Stein als Hauptkomponenten verwendet wurden. Die Materialisierung unterstreicht dabei den industriellen Charakter des Gebäudes und fügt sich harmonisch in das grobe, strukturbetonte Bild der Hafenlandschaft. Akzentuiert wurde zudem durch die Farbe Blau, welche die Assoziation zum Wasser bildet. Diese Symbiose aus Materialien, Form und Funktion wurde in allen Räumen und Raumelementen umgesetzt, darunter auch Bereiche wie der Empfang, die Schränke, die Arbeitszeilen und die Glaswände. Die gesamte Planung samt ihrer Visualisierung erfolgte digital, sodass bereits am Computer ein bestmöglicher Eindruck von der späteren Wirkung erzielt werden konnte. 

Sechs Monate von der Skizze zur Eröffnung

Nachdem alle Baugenehmigungen bewilligt und die einzelnen Bauleistungen ausgeschrieben sowie bestätigt waren, begann der eigentliche Umbau. Dieser stellt immer eine sehr intensive und dabei gleichzeitig sensible Phase des Bauprozesses dar, da alles bisher Geplante nun Stück für Stück greifbar wird. Eine zentrale Objekt- und Bauüberwachung sind dabei von großer Bedeutung, sodass alle Fäden systematisch in einer Hand gehalten werden können. Werden die zeitlichen Abläufe eingehalten? Sind die Gewerke richtig aufeinander abgestimmt? Belaufen sich die Kosten im geplanten Rahmen? Und kommen alle Lieferungen rechtzeitig in der Praxis an? Eine professionelle Unterstützung in allen Angelegenheiten rund um die Bauplanung sowie alle innenarchitektonischen Maßnahmen empfahl sich bei diesem Projekt nicht nur aufgrund der Objektbesonderheiten in Form der Denkmalschutzauflagen, sondern auch aufgrund der Projektgröße und der zeitlichen Vorgabe. 

Das Ergebnis

Entstanden ist eine Praxis mit besonderem Charme, welche die Patienten schon beim Betreten der Türschwelle mit dem Charakter einer authentischen Hafenlandschaft konfrontiert, Ruhe sowie Entspannung versprüht und vor allem eines transportiert: Dass hier Wert auf Qualität und Zahnmedizin fernab des Standards gelegt wird, jeder Patient viel mehr Gast als Patient ist und sich jederzeit ebendieser typisch maritimen Gastfreundlichkeit sicher sein kann. Herzlich, ehrlich, authentisch – zuverlässig und immer verbindlich (Abb. 1 und 2). 

 

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Foto: © Autor
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